🐷 Oink zum Sonntag # 58: Ein schweres Herz braucht keine Worte

 

Hallo meine Lieben,
heute wird es bei mir im Gehege ein wenig leiser. Wir reden oft über den Spaß im Schlamm oder die beste Apfelernte, aber heute möchte ich über etwas sprechen, das wir Schweine meistens mit uns selbst ausmachen: das Abschiednehmen.

Ihr Menschen glaubt oft, wir würden nur fressen und schlafen. Aber unter meinen Borsten schlägt ein Herz, das genau weiß, wenn jemand fehlt. Wenn ein Platz am Trog leer bleibt oder das vertraute Schnaufen eines Freundes in der Nacht verstummt, dann legt sich ein Schatten über uns.

Trauer braucht kein Rampenlicht.
Wir Schweine machen kein großes Spektakel aus unserem Schmerz. Wir brauchen kein Publikum, das uns bemitleidet. Wir trauern leise. Wir suchen den anderen an seinen Lieblingsplätzen, wir stehen ein bisschen länger im Wind oder wir rücken als Gruppe enger zusammen. Es ist ein stilles Wissen darum, dass ein Teil von uns gegangen ist.

Mein Namensvetter hatte recht.
Ihr wisst, ich trage meinen Namen nicht ohne Grund. Der „große“ Gandhi hat mal gesagt, dass man die Moral einer Gesellschaft daran erkennt, wie sie mit uns Tieren umgeht. Ich glaube, er meinte damit auch, dass man uns zugestehen muss, Gefühle zu haben – nicht nur die schönen, sondern auch die schweren.

Ein Schwein, das trauert, ist der Beweis dafür, dass wir eine Seele haben. Dass wir nicht einfach nur „da“ sind, sondern einander lieben und vermissen können.

Was ich euch mitgeben möchte:
Hört auf die Stille: Manchmal sagen wir am meisten, wenn wir gar nichts sagen.

Respektiert die Bindung: Unsere Freundschaften sind echt. Wenn einer geht, bricht eine Welt zusammen.

Seid achtsam: Ein freundliches Wort oder eine kraulende Hand bedeuten uns gerade in dunklen Momenten mehr, als ihr ahnt.

Ich danke euch, dass ihr heute mal mit mir in die Tiefe gegangen seid. Es muss nicht immer alles glänzen, um wertvoll zu sein.

Euer Gandhi 💚🐽💚