Das Schaf unter den Schweinen ist das Wollschwein. Eine alte Schweinerasse die von Serbien nach Ungarn in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts kam.

“Walzenförmig” ist die Übersetzung bzw. Bedeutung des Wortes Mangalitza oder Mongolitza. Es spielt auf den runden Körperbau an. Es gibt noch weitere Erklärungen zur Herkunft des Namens angeführt. Z. B. bedeutet das rumänische Wort mancare = essen.
Mangulica oder Mangulac, aus dem serbokroatischen bedeutet “leicht fest werdnden”, was auf den Fettanteil anspielt.
Aus dem slawischen bezeichnet der Begriff Mangala einen guten Ernährungszustand, was auf die gute Mastfähigkeit der Wollschweine zielt.

Interessant ist, dass die richtige Schreibweise Mangaliza sein soll, also ohne t. Allerdings hat sich Mangalitza im deutschsprachigen Raum etabliert.

Schweinehirt in Ungarn

Noch heute werden die Wollschweine in Ungarn als Weideschweine gehalten, denn sie sind sehr robust, aktive Futtersucher und müssen in den Sommermonaten nicht zugefüttert werden, wenn die Weide entsprechend groß ist und genug Futterpflanzen (Gras, Brennnesseln) enthält. Vielfach wird auch eine Wechselweide-Haltung betrieben. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts trieben Schweinehirten die Wollschweine im Herbst in die Eichenwälder zur Mast.

Wollschweine gehören zu den sogenannten Fettschweinen. Sie wurden nicht, wie die modernen Rassen, auf einen hohen Magerfleischanteil, Schnellwüchsigkeit und zur Produktion vieler Ferkel gezüchtet. Im Gegenteil, Wollschweine sollen Fett ansetzen. Sie haben ein abweichendes Fettsäuremuster als andere Schweinearten. Der Anteil von ein- und mehrfach ungesättigter Fettsäuren ist wesentlich höher.
Wie bei allen Schweinen, die nicht für die konventionelle Massentierhaltung geeignet waren, brachte es die Wollschweinepopulation fast an den Rand der Ausrottung.

Die Hobbyhaltung der Wollschweine wird immer beliebter, weil sie so robust und genügsam sind. Dabei ist besonders auf die Zusammensetzung des Futters zu achten, gerade weil die Tiere bei energiereicher Fütterung zur Verfettung neigen.

Im Sommer, wie bereits erwähnt, würde eine großzügige Weide oder Wechselweide ausreichen. Im Winter wird mit Heu oder Grummet, sowie Kleesilage ergänzt. Obst, Gemüse, (wenig) Brot und Kartoffeln, Topinambur oder Futterrüben als Zugabe, sind immer willkommen.
Vorsichtig sollte man mit dem herkömmlichen Schweinefutter sein, welches viel Getreide und Körnerleguminosen (Erbsen, Soja- oder Ackerbohnen) enthält und für die Wollschweine viel zu energiereich ist.

Schweinerassen der Welt - Wollschweine Mangaliza Ferkel

Abstammung

Das Wollschwein stammt von den Bakoyer Schweinen und Szalonter Schweinen ab.
Das Bakonyer besitzt Stehohren, die Borstenfarbe ist rötlich schwarz oder grauschwarz. Das Borstenkleid ist gekraust. Es wird zu den Fettschweinen gezählt. Man findet es westlich der Donau. Das ungarische Wildschwein wird als Ahne angegeben.

Das Szalonter Schwein wurde östlich der Donau in Ungarn gehalten und besitzt rötliche Borsten, die gekraust, aber auch glatt sein können. Es zählt zu den Fleischschweintypen. Es soll von aus Italien stammen.

Aus der Zucht des serbischen Fürsten Milos wurden 12 Schweine, die Sumadja-Schweine nach Ungarn gebracht. Andere Bezeichnungen sind Milos-Schweine oder serbische Mangalitza. Eine weitere Bezeichnung ist Sumandinka.
Aus der Kreuzung mit den Bakoyer und Szalonter Schweinen der ungarischen Bauern, entstand das ungarische Mangalitza.

Es sollen noch wildfarbene und schwarze Wollschweine vorgekommen sein, die es heute nicht mehr gibt.

Schweinerassen der Welt - Blondes Wollschwein

Aus den heutigen 3 Farbschlägen war das blonde Wollschwein (aus Sumadjas und Bakonyer Schweinen abstammend) die erste Wollschweinrasse.
Ein ausgewachsenes blondes Wollschwein sieht einem Schaf wirklich sehr ähnlich. Die dicken, stark lockigen Borsten. Der Farbton reicht von einem weißlichen bis gelblichen oder Honigfarben. Die Haut ist ist allerdings schiefergrau.

Schweinerassen der Welt - Schwalbenbauch Wollschwein

Das schwalbenbäuchige Wollschwein kam als Nächstes. Es stammt von dem blonden Wollschwein und dem kroatischen Syrmien-Schwein ab.

Die ebenfalls langen, gekrausten Borsten sind das typische Merkmal dieses Wollschweines. Die helle Zeichnung an den Mundwinkel erinnern an einen Schwalbenschwanz, daher der Name.
ES besitzt eine weiße bis gelblich-weiße oder auch silbergraue Zeichnung, die auch einen rötlichen Stich haben kann, erstreckt sich vom Kinn, den unteren Halsbereich, die Bauchseite bis zu den Hinterbeinen, wobei die Rückseite der Hinterbeine ebenso wie der komplette Rücken schwarz ist. Die Schwanzspitze ist schwarz, der Rest aber weiß. Die Innenbehaarung der Ohren ist ebenfalls weiß.

Schweinerassen der Welt - Rotes Wollschwein

Das rote Wollschwein muss nach 1930 entstanden sein, da es erst zu diesem Zeitpunkt in der Literatur auftaucht. Das rote Wollschwein stammt vom Szalonter Schwein ab.

Die typischen festen, lockigen Borsten des roten Wollschweins besitzen eine rötliche Färbung unterschiedlicher Intensität, fast schon ins Braun übergehend. Die Hautfarbe ist schiefergrau bis schwarz.

Interessant ist, dass die Lockenbildung vor allem im Winter durchkommt und das Sommerkleid eher aus kurzen, glatten Borsten besteht. Die Augenfarbe sollte braun sein, mit schwarzen Wimpern. Die Haut der Augenränder möglichst mit schwarzer Pigmentierung. Die Klauen sind immer schwarz. Bei allen drei Farbschlägen sind die 10 Zitzen ebenfalls schwarz pigmentiert.

Im inneren Ohrenansatz gibt es einen hellen Fleck, den Wellmannfleck. Bei Ferkeln am besten zu erkennen. Alle Ferkel der drei Farbschläge werden mit dunklen Streifen, ähnlich der Wildschweineferkel, geboren.

Die Ohren werden nach vorn hängend getragen und sind mittelgroß.

Widerristhöhe

Sau: ab 70 cm
Eber: ab 75 cm

Gewicht: 100 – 150 kg, ältere Tiere bis zu 250 kg

Bildquelle(n):

Beitragsbild – Canva Pro

Schweinehirt: Foto Ivo Danchev – OBC Transeuropa