đœ Oink zum Sonntag #37
Tag des Schweines
Loki hÀlt Hof:
Ach.
Wie schön.
Heute ist mein Tag.
Der Tag des Schweines.
Ich fĂŒhle mich geehrt. Wirklich.
Ein ganzer Kalendertag nur fĂŒr mich.
Na gut â fĂŒr uns.
FĂŒr Schweine. Als Idee. Als Symbol. Als Hashtag.
Danke dafĂŒr.
Danke fĂŒr diesen einen Tag Aufmerksamkeit.
Danke fĂŒr warme Worte, die nichts kosten.
Danke fĂŒr Bilder von glĂŒcklichen Schweinen,
wÀhrend die echten von uns gerade in StÀllen stehen,
in denen selbst die Zeit aufgehört hat, mitzuzÀhlen.
Ich möchte mich bedanken. Ganz höflich.
FĂŒr Bezeichnungen wie âNutztierâ.
FĂŒr StĂ€lle ohne Himmel.
FĂŒr Böden ohne Erde.
FĂŒr Leben, die so effizient sind, dass man vergessen kann, dass sie ĂŒberhaupt Leben sind.
Aber hey â heute ist ja mein Tag.
Heute darf ich kurz etwas anderes sein.
Ein Anlass.
Ein Thema.
Ein gutes GefĂŒhl.
Morgen bin ich wieder Produkt.
Ăbermorgen Statistik.
Und irgendwann Erinnerung, falls man sich ĂŒberhaupt erinnert.
Ein Feiertag ist kein Schutzraum.
Gesehen werden ist nicht dasselbe wie respektiert werden.
Und gefeiert zu werden ersetzt keine Freiheit.
Vielleicht ist der Tag des Schweines
gar nicht dafĂŒr da, uns zu feiern.
Vielleicht ist er dafĂŒr da, euch zu erinnern.
Oh, es ist ein amerikanischer Feiertag. Ja, dann ist ja alles gut. In Europa ist ja alles besser.
Dort bin ich kein Symbol, kein Rohstoff oder?
Ich bin ein Schwein.
Und ich lebe.
đ·
Loki
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