Wenn man am Morgen mit solchen Schlagzeilen konfrontiert wird, wird es sicherlich ein toller Tag.

Laut der Meldung des gestrigen Tages starben bei einem Unfall auf der A3 in Süddeutschland 550 Ferkel mehr oder weniger unmittelbar – wer es glaubt. Und 150 wurden durch herbeigeeilte Metzger „fachgerecht von ihren Leiden erlöst“.
Die übrigen 150 fühlenden Wesen wurden inzwischen bestimmt durch die fürsorglichen Menschen, die in diesem Land leben, auf 75 Gnadenhöfe verteilt. Oder etwa doch nicht?

Der LKW kam aus den Niederlanden. Mit 1000 Tieren an Bord. Wie lange die ersten Tiere wohl schon auf dem Transporter waren? Schließlich dauert es eine Weile, 1000 Tiere dort einzupferchen. Überhaupt, wer kommt auf die gloreiche Idee, soviele Tiere in einem Transporter überhaupt zu genehmigen?

Ach ja, das sind wir: Deutschland und die Europäische Union. Denn Schweineleben – die zählen nichts. Konnte man doch gerade erst miterleben, als ein „armer überforderter Landwirt“ eine läppische Geldstrafe erhielt, weil er 300 Schweine hat verhungern und verdursten lassen.
Was also passiert mit dem Fahrer und seinem Beifahrer? Dem Viehhandel und dem Ferkelexporteur? Dem Ferkelkäufer? Die alle Dreck am Stecken haben und auf deren Konto die 700 Todesfälle gehen?

Nichts. Rein gar nichts. Der Fahrer hatte ein medizinisches Problem, genauso wie der Landwirt mit den verhungernden Schweinen. Der war auch voll überfordert. Mitleid mit den Tätern hat diese Gesellschaft. Warum?

Weil sie alle schöne Mittäter:innen sind. RIP ihr lieben kleinen Schweinekinder. Und auch die 150 anderen Ferkel werden bald in irgendwelche Schweinefleischesser-Mägen verschwinden. Dort hingebracht von weiteren Mittätern. Der LKW-Fahrer wird dann sicherlich auf freiem Fuß bleiben…

Link zur Meldung:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/schweine-transporter-auf-a3-umgekippt-700-ferkel-tot,TBO5Fmh