Nie wieder Alt Tellin – Wirklich?
Der Stallbrand von Alt Tellin hat unseren Verein Schweineleben e. V. entstehen lassen.
Am 30. März 2021 starben dort rund 50.000 Schweine in den Flammen. Seitdem erinnern wir jedes Jahr an diese Tiere – und daran, dass sich eine solche Katastrophe niemals wiederholen darf.
Heute gibt es eine Nachricht, die uns aufatmen lässt: Die Schweinezuchtanlage in Alt Tellin wird endgültig nicht wieder aufgebaut. Die Betriebsgenehmigung ist erloschen, das Verfahren wurde offiziell eingestellt. Für uns ist das ein bedeutender Moment. Nicht, weil dadurch das Leid von damals ungeschehen wird, sondern weil an diesem Ort keine neue industrielle Schweinehaltung mehr entstehen wird.
Doch unsere Erleichterung wird von einer traurigen Realität überschattet.
Erst in der Nacht zum 15. Juli 2026 starben bei einem Großbrand in einer Schweinemastanlage in Düben (Landkreis Wittenberg) rund 20.000 Schweine. Ferkel, Läufer und Sauen verbrannten oder erstickten in den Stallungen. Wieder waren unzählige fühlende Lebewesen den Flammen schutzlos ausgeliefert.
Alt Tellin war kein Einzelfall. Und auch Düben wird leider nicht der letzte Stallbrand gewesen sein.
Jahr für Jahr sterben in Deutschland bei Bränden in Schweine-, Rinder- und Geflügelanlagen tausende Tiere. Während über Millionenschäden, Versicherungen und den Wiederaufbau gesprochen wird, geraten die eigentlichen Opfer viel zu oft in den Hintergrund: die Tiere.
Wir freuen uns über das endgültige Aus der Anlage in Alt Tellin. Gleichzeitig erinnern wir daran, dass wirklicher Fortschritt erst dann erreicht ist, wenn solche Tragödien nicht mehr zur traurigen Regel gehören.
🕯️ Für die 50.000 Schweine von Alt Tellin.
🕯️ Für die 20.000 Schweine von Düben.
🕯️ Und für all die unzähligen Tiere, deren Leben in Stallbränden endet, ohne dass ihre Geschichte erzählt wird.
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