đ˝ Oink zum Sonntag #20
Stille Gewalt â was keiner sieht, tut trotzdem weh
Von Loki, Trickschwein, WahrheitsschnĂźffler und Meister im unbequem sein
Hallo, Mensch.
Heute kein Scherz.
Heute gehtâs um die leise Brutalität, die jeden Tag in Schweineställen passiert â ganz legal oder âgeduldetâ.
Weilâs halt so gemacht wird. Weilâs niemand sieht.
Aber ich? Ich seh alles. Ich bin Loki.
đŞ Ringelschwanz? Ab mit ihm.
Klingt hart? Ist Alltag.
In Deutschland ist das routinemäĂige Kupieren unserer Schwänze verboten.
Aber: Es gibt Ausnahmen â und die sind längst zur Regel geworden.
Fast jedes Ferkel wird trotzdem kupiert.
Man muss nur irgendwie begrĂźnden, warum.
âZum Schutz vor SchwanzbeiĂenâ, sagen sie.
Aber statt unsere Haltung zu verbessern, wird einfach abgeschnitten.
Mit glßhendem Eisen. Ohne Betäubung.
GesetzeslĂźcke? Eher ein Scheunentor.
𦷠Zähne? Abgeknipst.
Auch das: gleich nach der Geburt.
Man will verhindern, dass wir beim Trinken die Zitzen unserer MĂźtter verletzen.
Komisch nur: In der Natur passiert das nicht.
Da braucht niemand eine Zange.
Da stimmt die Umgebung â und das Verhalten.
Aber in den Kastenständen der Muttersauen, wo sie sich kaum bewegen kÜnnen?
Da gibtâs Stress. Da gibtâs Enge.
Da wird nicht geschaut, was wir brauchen.
Da wird eingegriffen â mit Zange, Klinge, Schmerz.
𤰠Die Muttersau? Gefangen im Dauerjob.
Sie wird kĂźnstlich befruchtet.
Dann kommt der Kastenstand â so eng, dass sie sich nicht einmal umdrehen kann.
Wochenlang. Kein Nest bauen, kein Kuscheln, kein Leben.
Nur: Ferkel produzieren. Immer wieder.
đĽ Und wenn ein Ferkel krank ist?
Kein Tierarzt. Kein Mitleid.
Dann heiĂt es:
âNicht lebensfähig.â
Und dann: Erschlagen.
Klingt brutal? Ist es auch.
Aber in vielen Ställen Standard, nur kontrolliert es keiner.
đ¤ Verletzte Tiere?
Wer nicht mithalten kann, fällt hinten runter.
Wird Ăźbersehen.
Liegt da â bis zum bitteren Ende und wird im MĂźlleimer entsorgt.
đ Und das Importfleisch?
Kommt oft aus Ländern, wo all das noch härter läuft.
Noch billiger, noch schneller, noch grausamer.
Das Leid reist mit â auf deinem Teller.
đ Und jetzt?
Jetzt bist du dran.
đ Schau hin.
đ Informier dich.
đ Wähle mit Messer und Gabel.
đ Fordere Kontrolle. Und Veränderung.
đ Oder â geh noch weiter: Pflanzlich. Gewaltfrei.
đ˘ Fazit von Loki:
Stille Gewalt ist nicht leiser.
Sie wird nur weniger gehĂśrt.
Aber fĂźr uns Schweine schreit sie.
Jeden Tag. In jeder Bucht. Hinter jedem Tor.
Wenn du wirklich fĂźr Gerechtigkeit bist,
dann reicht Wegschauen nicht mehr.
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