# 71 – Oink zum Sonntag – 🕯️ Allerheiligen – Gedanken von Gandhi

Heute ist Allerheiligen. Ein Tag der Stille. Ich schaue mir an, wie Menschen Gräber schmücken, Lichter anzünden und derer gedenken, die sie geliebt haben. Sie feiern die Unantastbarkeit des Lebens – ein schöner Gedanke.

Doch kaum verlassen sie den Friedhof, kehrt die Normalität zurück. Sie setzen sich an den gedeckten Tisch, lachen, erzählen Geschichten – und feiern mit dem Fleisch von Tierkindern.

Ich frage mich: Wie passt das zusammen?

Das Paradoxon auf ihrem Teller

Die Geste: Sie weinen um den Verlust eines Lebens.
Die Tat: Sie bezahlen dafür, dass ein anderes Leben – das eines Ferkels, Kalbs oder Lamms – gewaltsam beendet wurde.
Die Rechtfertigung: „Das gehört dazu. Tradition.“

Doch ich sehe euch. Ich weiß, wie es ist, Angst zu empfinden, Schmerz zu spüren, Freude zu erleben und die Nähe der Familie zu brauchen. Ich bin ein Schwein – und doch empfinde ich genauso wie ein kleines Kind.

Für euren „Festtagsbraten“ nehmt ihr mir alles: meine Freiheit, meine Familie, mein Recht zu leben. Und das ist nur ein Teil des Preises, den ihr bezahlt: Wälder werden zerstört, Flüsse verschmutzt, die Erde ausgebeutet – nur um ein System am Laufen zu halten, das Leben als Biomasse betrachtet.

Tradition ist kein Freibrief

Tradition kann verbinden, erinnern, Freude schenken. Aber sie ist kein Freibrief fĂĽr Grausamkeit. Ein Ritual, das Leid verursacht, ist kein ehrendes Gedenken.

An einem Tag, der den Toten gewidmet ist, frage ich euch:
Ehren wir wirklich nur die Menschen, die gegangen sind – oder auch die Tiere, die wir töten, um zu feiern?

Vielleicht ist der aufrichtigste Weg, das Leben zu ehren, jener, der kein Blut an den Händen hinterlässt und kein Leid auf dem Teller verursacht. Ein Weg, der Mitgefühl und Respekt verbindet – für Menschen, Tiere und die Erde, auf der wir alle leben. 🕊️