🐷 Oink zum Sonntag # 44: Sündenbock Wildschwein – Wer ist hier eigentlich der Schädling? 

Oink, ihr Lieben! Hier spricht Gandhi. Als Chef unserer Rüsselbande beobachte ich ja viel, und heute muss ich mal ein ernstes Wort für meine wilden Verwandten im Wald einlegen.

Wisst ihr, was ich ständig höre? Dass meine Wildschwein-Cousins „Schädlinge“ seien. Da wird geschimpft, wenn ein Rasen umgepflügt ist oder das Maisfeld Lücken hat. „Invasion“ nennen sie das. Aber wenn ich mir das so aus meinem Gehege heraus anschaue, stelle ich mir die Frage: Wer ist hier eigentlich der Eindringling?

Meine wilden Verwandten sind keine Unruhestifter, sie sind die Ureinwohner! Dass sie öfter mal in euren Gärten vorbeischauen, liegt nicht daran, dass sie euch ärgern wollen. Es liegt daran, dass ihr Menschen ihre Wälder mit Autobahnen zerschneidet und ihre Ruheplätze zubaut. Wo sollen sie denn hin?

Und mal ehrlich: Wer ein riesiges Buffet aus Mais und Raps direkt an den Waldrand stellt, darf sich doch nicht wundern, wenn meine Cousins zum Abendessen vorbeikommen, oder?

Dabei vergessen viele, was für einen tollen Job die Jungs und Mädels im Wald machen:

Sie sind die Bodenpolizei: Wenn sie wühlen, lockern sie die Erde auf, damit der Wald wieder atmen kann.

Sie sind die Gesundheitspolizei: Sie fressen Schädlinge, die den Bäumen schaden würden.

Ein umgepflügter Waldweg ist kein Chaos, sondern eine Verjüngungskur für die Natur.

Wir Schweine – egal ob zahm oder wild – sind extrem schlau und anpassungsfähig. Wir versuchen nur, in einer Welt zu überleben, die immer enger für uns wird. Tierschutz bedeutet für mich auch, dass man uns nicht nur dort mag, wo wir „niedlich“ sind, sondern uns auch dort respektiert, wo wir den Menschen mal im Weg stehen.

Vielleicht ist ein aufgewühlter Garten gar keine Katastrophe, sondern eine Einladung, mal wieder darüber nachzudenken, wie viel Platz wir der Natur eigentlich noch lassen.

In diesem Sinne: Ein rüsseliges Oink und einen entspannten Sonntag!

Euer Gandhi