5. Jahrestag der Brandkatastrophe
Zum 5. Jahrestag des Stallbrandes von Alt Tellin
Alt Tellin – Warum wir uns erinnern müssen
Heute jährt sich die Katastrophe von Alt Tellin zum fünften Mal.
Über 57.000 Schweine verloren damals in einem Stallbrand ihr Leben.
Fünf Jahre.
Eine lange Zeit – zumindest in einer Welt, die sich immer schneller dreht.
Viele Menschen werden sagen:
„Das ist doch vorbei.“
„Es gibt Schlimmeres.“
„Warum an Vergangenem festhalten?“
Doch genau darin liegt das Problem.
Wenn wir aufhören, uns zu erinnern,
hören wir auch auf, hinzusehen.
Alt Tellin ist kein abgeschlossenes Kapitel.
Es steht stellvertretend für ein System, in dem Tiere in großer Zahl gehalten werden – ohne echte Chance, sich im Notfall zu retten.
Es steht für ein Leid, das nicht mit diesem einen Brand geendet hat.
Und für uns steht Alt Tellin noch für mehr.
Es war einer der Momente, die uns nicht mehr losgelassen haben.
Ein Ereignis, das uns gezeigt hat, wie sichtbar Leid wird – und wie schnell es wieder verschwindet.
Aus diesem Gefühl heraus ist unser Verein entstanden.
Aus dem Wunsch, nicht wegzusehen.
Nicht zu vergessen.
Und den Tieren eine Stimme zu geben, die keine haben.
Auch nach Alt Tellin gab es weitere Stallbrände.
Weitere Tiere, die verbrannten.
Weitere Leben, die kaum betrauert wurden.
Erinnerung bedeutet nicht, in der Vergangenheit zu verharren.
Erinnerung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für das, was war, und für das, was weiterhin geschieht.
Denn wer sagt: „Sie sind tot, warum daran festhalten?“,
übersieht, dass ihr Tod kein Einzelfall war.
Und dass genau dieses Vergessen den Boden dafür bereitet, dass sich solche Ereignisse wiederholen.
Die 57.000 Schweine von Alt Tellin können wir nicht zurückholen.
Aber wir können entscheiden, ob ihr Tod bedeutungslos bleibt.
Indem wir uns erinnern.
Indem wir hinschauen.
Und indem wir nicht zulassen, dass ihr Schicksal in der Schnelllebigkeit unserer Zeit verschwindet.
Um was es geht - der Hintergrund
In den frühen Morgenstunden des 30.03.2021 brach in Europas größter Schweinezucht in Alt Tellin (Mecklenburg-Vorpommern) ein verheerendes Feuer aus. Die Anlage brannte fast vollständig nieder, obwohl laut Brandschutzgutachten ein Feuer nicht länger als 10 Minuten hätte brennen können.
Insgesamt kamen in den Flammen über 57.000 Schweine qualvoll ums Leben. Sie verbrannten bei lebendigem Leib oder erstickten in den apokalyptischen Rauchschwaden. Lediglich 1300 Schweine konnten vor dem Flammentod bewahrt werden, nur um danach in einem weiteren Betrieb der LFD Holding ausgenutzt und gequält zu werden.
Keines der Tiere aus Alt Tellin ist noch am Leben, obwohl wir alles versucht haben, wenigstens zwei Schweinen tatsächlich das Leben zu retten.
Auch ein Jahr nach der Katastrophe war die Brandursache ungeklärt und die Täter sind auf freiem Fuß. Die Betreiberfirma darf an anderen Standorten weiterhin mehrere 10 Tausend Schweine auf engstem Raum einpferchen. In Anlagen, die dem Katastrophenbetrieb ähnlich sind. Ein Entzug der Betriebserlaubnis ist laut Aussagen der Politiker und Behörden nicht möglich. Wir sagen: Ein Entzug ist nicht gewollt. Denn Schweineleben sind den Beteiligten nichts wert.
Damit muss endlich Schluss sein!
Über unsere Kreuzaktion und Gedenkstätte könnt Ihr Euch hier informieren.
Über unsere Kreuzaktion und Gedenkstätte könnt Ihr Euch hier informieren.
#Nie
wieder
Alt
Tellin

