Schweine brauchen ein Dach über dem Rüssel. Genau wie wir Menschen möchten sie sich bei schlechtem Wetter zurückziehen können.  Im Winter soll es kuschelig warm sein und im Sommer vor der Sonne schützen. Nachts mit den Artgenossen Bauch an Bauch im Strohbett schlafen, dass gehört zum richtigen Schweineleben dazu.

Egal welche Haltungsform Du wählst, ein Rückzugsort gehört zur verantwortungsbewussten Schweinehaltung dazu. Doch wie soll dieser aussehen?

Am einfachsten ist es natürlich, wenn Du ein vorhandenes Gebäude nutzen kannst. Das erspart auch eine Baugenehmigung, die Du unter Umständen sonst beantragen müsstest. Erkundige Dich bitte vor einem Neubau bei dem zuständigen Bauamt.

Die nachfolgenden Hinweise sollen Dir helfen zu erkennen, ob ein Gebäude als Schweinestall geeignet ist.

  • direkten Zugang zur Weide
  • nicht zu klein, damit alle Schweine sich ausstrecken und
  • nicht zu groß, damit die Schweine durch ihre Körperwärme den Raum im Winter warm halten können und nicht ein Teil als Toilette benutzten. (Wir haben, da unser Stall recht groß ist, eine Freilandhütte reingestellt und den Stall abgeteilt, sodass es unsere drei Großschweine im Winter in der Hütte ein warmes Plätzchen haben)
  • Fenster oder andere Belüfungsschlitze zum Lüften vorhanden
  • es darf aber keine Zugluft entstehen (ggf. muss mit entsprechenden Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden)
  • Wasseranschluss in der Nähe, denn Wasserschleppen ist auf die Dauer recht anstrengend
  • Stromanschluss z. B. für das Elektrozaungerät
  • Zugang mit Schubkarre gut möglich, dies erleichtert das Sauberhalten, die Fütterung und Austauschen des Strohs
  • der Misthaufen ist nicht allzu weit weg
  • der Boden sollte so beschaffen sein, dass es bei Bedarf möglich ist, ihn mit Wasser und ggf. Desinfektionsmittel zu reinigen

Ob der Stall nun aus Holz oder gemauert ist, spielt keine Rolle. Ungeeignet sind solche Unterstände, die für Schafe oder auch für Pferde angeboten werden sog. Weidezelte.

Schweine als Heimtiere - Der Stall

Stall selbst bauen

Nicht jeder hat ein geeignetes Gebäude, was als Schweinestall nutzbar wäre oder die Weide liegt nicht direkt am Stall. Dann ist Dein handwerkliches Geschick gefragt oder das von lieben Verwandten oder Bekannten.

Hast Du genügend Platz und/oder bist nicht so handwerklich geschickt, kannst Du sog. Schweinehütten (z.B. A-Hytten) verwenden, die Du gebraucht oder neu kaufen kannst. Diese sind zwar für die Freilandhaltung von Großschweinen optimiert, aber es gibt kleinere Varianten, die sich für Minischweinen ebenso gut eignen, vor allem, wenn es mehr als 2 Minis sind. Vielleicht steht auch ein stabiles Gartenhäuschen zur Verfügung, was entsprechend Schweine-gerecht umgebaut werden kann.

 

Wie groß soll der Stall sein?

Ideal für 2 ausgewachsene Minischweine ist eine Behausung von einer Fläche, die ca. 1,5 x 1,5 m und ca. 1,2 m hoch ist. Der Platz reicht aus, um zu schlafen und den Stall mit der eigenen Körperwärme auf Temperatur zu halten, vor allem im Winter. Die Temperatur in der Hütte für Schweine ab 6 Monaten sollte zu der kalten Jahreszeit zwischen 10 – 15 Grad liegen. Für jüngere Tiere wesentlich mehr anzustreben, im Zweifelsfall kannst Du sie ins Haus holen. Das ist die einzige Ausnahme, wo vorübergehende Wohnungshaltung Sinn ergibt.

Ggf. müsste der Stall beheizt werden mit speziellen Stallheizungen, (Industrie-)Heizmatten oder Rotlichtlampen.

Ist der Schlafplatz zu groß, werden sie sich eine Ecke als Toilette aussuchen, nicht nur, dass es hygienisch nicht optimal ist, es ist für Dich auch mehr Mistaufwand. Meist suchen sie eine zugige und feuchte Stelle aus (z. B. in der Tränke).

Ständige Zugluft sollte nicht im Stall herrschen, er muss aber trotzdem gut belüftet sein, damit sich kein Schimmel bilden kann. Ggf. kann man sich Windschutznetze besorgen, wie sie in der Rinder- und Pferdehaltung verwendet werden. Wir haben diese z. B. am Seitenfenster angebracht. Sie verdunkeln allerdings den Stall ein wenig.

Baust Du mit Holz, dann sollten die Wände isoliert sein (z. B. mit Styropor). Drei Wände des Stalles können komplett geschlossen und eine Seite mit einer ca. 80 – 100 cm hohen und 80 cm breiten Öffnung als Ein- und Ausgang versehen sein. Im Winter ist ein Vorhang aus Kunststoffstreifen (gibt es für Pferde) sinnvoll. Den Boden kannst Du betonieren oder mit Holz auskleiden.

 

Wichtig:

Die Schweine dürfen sich nicht an Schrauben oder Holzsplittern verletzten. Beim Bau deshalb besonders darauf achten.
Auch beim Holzanstrich auf Farbe achten, die unschädlich ist.

Das Dach sollte selbstverständlich dicht sein und bei Hagel nicht so leicht zerstört werden können. Dachpfannen, Metalldächer, schlagfester Kunststoff oder abgedichtete Holzdächer kommen infrage. Es ist so anzulegen, dass kein Regenwasser durch den Eingang eindringen kann. Daher wäre die Verlängerung des Daches nach vorne sinnvoll. Welche Dachform Du wählst, bleibt Dir überlassen, üblich ist ein Pultdach. Vorne hoch und nach hinten tiefer werdend. Die Eingangsseite sollte möglichst von der Wetterseite abgewandt sein.

Eingestreut mit einer dicken Strohschicht macht es den Stall für Deine Lieblinge so richtig gemütlich.

Bildquelle(n):

Beitragsbild – Canvas Pro

2. Bild –

oben: Großschweine – Canvas Pro
unten links und rechts:  Sabine Duda
unten Mitte: Peterhbgr auf flickr